Meditatives Schreiben

Meditatives Schreiben

Für Menschen, die einen vollen Alltag haben, von endlosen Informationen umgeben sind und vielleicht noch in einer lärmdurchfluteten Stadt wohnen, ist es gar nicht so leicht, zur Ruhe zu kommen. Auch das Hinsetzen, um Meditation zu üben, ist für viele nicht einfach. Daher kann es lohnend sein, einmal die unterschiedlichen Möglichkeiten des Meditativen Schreibens auszuprobieren.

Für mich gibt es unterschiedliche Arten des Meditativen Schreibens, wobei – je nach Ausrichtung – Elemente wie Inspiration, Kreativität, Achtsamkeit, Konzentration, Sinnsuche oder Loslassen eine Rolle spielen. Allen gemeinsam ist jedoch die mit dem meditativen Schreiben verbundene Möglichkeit, sich zu zentrieren, zur Ruhe zu kommen, die eigene innere Mitte als einen Raum wahrzunehmen, in dem wir uns „sortieren“ und unsere Bedürfnisse besser spüren können. Je nach Ausrichtung können wir unterschiedliche Schwerpunkte setzen:

Freies automatisches Schreiben, um den Kopf zu leeren: Dabei folgen wir dem eigenen Gedankenstrom und schreiben diesen unzensiert nieder; dieses ganze Blablabla im Kopf, das meist schon gleich nach dem Aufwachen beginnt. Kopf und die Seele lassen sich so freischreiben. Zum einen kann das morgens geschehen mit den sogenannten Morgenseiten – hier schaffen wir Raum für den Tag, für Ideen und Wünsche. Oftmals tauchen auch Dinge auf, die wir noch erledigen wollen oder müssen. Der Tag, der noch offen und neu vor uns liegt, strukturiert sich. Menschen, die Morgenseiten schreiben, berichten häufig, dass sie konzentrierter arbeiten oder studieren.
Zum anderen können wir sogenannte Abendseiten schreiben – hier legen wir den Tag ab, um zur Ruhe zu kommen und besser schlafen zu können. Wir lassen den Tag Revue passieren, sind dankbar für alle, was gut gelaufen ist, was uns Gutes begegnet ist …
Wer über einen längeren Zeitraum morgens oder abends auf diese Weise schreibt, kann in seinen Texten noch mehr entdecken…

Hier die Rückmeldung einer Teilnehmerin:

Deine Anregungen führen zu tiefen persönlichen Texten. Dass du dich schreibend als gleichwertiges Gruppenmitglied präsentierst, führt zu einem entspannten und lockeren Austausch. Deine offene Art, Kompetenzen zu erfragen, sowie deine Fähigkeit und Freude daran, Menschen zu vernetzen, ermöglichen eine persönliche und entspannte Atmosphäre, in der die kreativen Ideen nur so sprudeln. (E.S.)

Sich mit der Natur verbinden und achtsam werden: Wir wählen einen Gegenstand aus der Natur, der uns anspricht, betrachten ihn zunächst intensiv, schulen Wahrnehmung und Ausdrucksvermögen und können – indem wir uns anschließend zu diesem Gegenstand in Beziehung setzen – uns selbst besser kennen lernen…

Hier die Rückmeldung einer Teilnehmerin:

Trotz der Situation, online am PC zu sitzen, führten mich deine Ausführungen direkt in die Natur, hin zu der Situation, in der mein mitgebrachter Naturgegenstand gewachsen war. Es war leicht möglich, in die Situation einzutauchen und reflektierend ins Schreiben zu kommen. Ich freu mich über die überraschenden, tiefen und weiterführenden Ergebnisse. (Frau S.)

Hier gibt es ein Beispiel.

Achtsames Abschreiben von inspirierenden Zitaten, Aphorismen, Lieblingstexten: Dies kann zum einen ein reines Abschreiben mit unserer alltäglichen Handschrift sein, zum anderen ist es aber auch möglich mit Schriftarten, Farben, Papieren und unterschiedlichen Stiften zu spielen und kreativ zu werden.

Schreiben im Anschluss an eine geführte Meditation: Eine weitere Möglichkeit ist es, das Schreiben mit einer vorausgegangenen Phase der Meditation zu verknüpfen.

Hier die Rückmeldung einer Teilnehmerin:

Die schönen ausgewählten Texte, die Art, wie du sie in Handschrift und Gestaltung umsetzt, regen ungemein an, an diesem Thema weiter zu arbeiten. Die Ideen sprudeln direkt heraus. (Evelyn)

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Ein Dankbarkeitstagebuch führen – es kann den Blick auf die positiven Dinge im Leben richten, auf die kleinen Dinge im Alltag, die uns begegnen, es kann Zu-Frieden-heit kultivieren und unsere Achtsamkeit erhöhen. Dabei gibt es viele Möglichkeiten: von einfachen Listen, über analoge Texte, Formen des Freewriting bis hin zu reflektierenden Essays ...

 

Der Schreibplatz beim Meditativen Schreiben

Das meditative Schreiben braucht Ruhe und eine gewisse Ungestörtheit. Die Texte sind privat, niemand außer uns sollte sie lesen; es sei denn, wir wollen von jemanden eine Rückmeldung auf unsere Texte, einen Austausch mit jemanden, der oder die auch schreibt.

Das meditative Schreiben, wie beispielweise der Morgenseiten, braucht eine Schreibhaltung, in der wir fließend schreiben können, ob nun auf dem Sofa, am Küchentisch oder in einem Café. Die Schönheit der Schrift steht wenig im Vordergrund – sie sollte lediglich auch nach Monaten noch lesbar sein. Wollen wir Texte hingegen ästhetisch gestalten, ist sicherlich eine stabilere Arbeitsfläche nötig.

 

Das Schreibzeug

Auch hier gibt es Unterschiede, je nach Ausrichtung: Für das fließende Schreiben von Morgen- oder Abendseiten empfehle ich einen leichtlaufenden Stift. Ich schreibe gerne mit Füller.

Für das Abschreiben schöner Zitate eignen sich viele unterschiedliche Stifte. Man muss einfach ein wenig ausprobieren. Ich nutze zudem gerne weiße Karteikarten, die ich als Grußkarten verschicken kann. Papierstreifen in der Größe von Lesezeichen sind ebenfalls eine feine Grundlage.

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