Schreibblockaden

Erkennen und auflösen ...

Menschen, die schreiben, kennen sicherlich zwei Phänomene: Da gibt es Tage, an denen schreibt es (!) sich fast wie von alleine und dann gibt es wieder Tage, an denen geht einfach nichts voran und sie haben das Gefühl, nicht schreiben zu können, das Blatt bleibt leer, der Bildschirm füllt sich nur mühsam mit Worten und Sätzen und die Löschtaste läuft heiß.

Hier nun einige Auszüge aus meinem Booklet Schreibblockaden auflösen – Wegweiser zum souveränen Schreiben:
Ich spreche und schreibe gerne von Schreibstörungen und nehme dieses Wort wörtlich:
Schreib-Störungen – etwas stört beim Schreiben. Wenn mein Kollege ins Büro kommt und mich beim Schreiben stört, dann ist diese Unterbrechung eindeutig wahrnehmbar, sie stört mich beim Schreiben, unterbricht mich, ich verliere den roten Faden und es fällt schwer, wieder ins Schreiben hineinzufinden; übrigens ein weit verbreitetes Phänomen.
Andere Schreib-Störungen sind weniger leicht zu erkennen. Das liegt hauptsächlich daran, dass wir kaum Wissen über den Schreibprozess als solchen haben, dass immer noch die Meinung kursiert, wir hätten Schreiben in der Schule gelernt und müssten es können. "Schreibstörungen hat jeder, aber keiner spricht darüber." schreibt Helga Esselborn-Krumbiegel (2008, S. 204) und trifft damit den Nagel auf den Kopf.
Wenn Sie das Gefühl haben, Schreiben ist schwierig, Schreiben fällt schwer, Schreiben geht gar nicht, und wenn Sie gleichzeitig den Wunsch verspüren, Schreiben müsse leichter gehen, anders gehen und bessere Texte hervorbringen, dann können Sie sich mit dem oben genannten Booklet diesen Wunsch sicherlich ein Stück weit erfüllen.
Schreibprobleme sind ebenso individuell wie die Menschen selbst. Deshalb ist es wesentlich, zunächst den eigenen Schreibmustern auf die Spur zu kommen, sie zu reflektieren und anschließend, wo nötig und möglich, diese neu zu gestalten.
Für einen Einstieg ins Reflektieren, hier die erste Checkliste aus dem Booklet:
Schreibblockaden – Ein Phänomen mit vielen Gesichtern
Das Phänomen Schreibblockade oder Schreib-Störung hat viele individuelle Gesichter. Lesen Sie die folgenden Aussagen. Finden Sie sich in der ein oder anderen wieder?
Checkliste:

  • Sie sitzen seit 15 Minuten vor dem leeren Bildschirm und haben noch nichts geschrieben? Sie starren (analog gesehen) auf eine leeres Blatt Papier oder kauen auf Ihrem Stift...
  • Sie haben ein größeres Schreibprojekt vor sich, nehmen sich vor anzufangen, doch jedes Mal gehen Sie lieber Geschirr spülen, saugen die Wohnung, gehen einkaufen oder entfernen noch die letzten Spinnweben im Keller...
  • Sie haben viele Ideen für Ihr Schreibprojekt, fangen immer wieder an zu schreiben, streichen oder löschen ständig das gerade Geschriebene und es entsteht nur mühsam ein Text...
  • Sie schreiben einen Text, stellen ihn aber immer wieder um, überarbeiten ihn erneut um ihn endgültig fertigzustellen; wirklich zufrieden sind Sie aber auch dann nicht...
  • Sie schreiben einen ersten Satz und eine innere Stimme sagt: „Das kannst du doch so nicht schreiben...!“ oder „Das klingt aber blöd...!“
  • Sie haben ein angefangenes Schreibprojekt, das schon Tage, Wochen oder gar Monate liegt...
  • Sie sind mittendrin in einem Schreibprojekt, beantworten aber lieber E-Mails, müssen erst noch in Facebook nachschauen, ob jemand gebloggt hat und schließlich nur noch ganz kurz ein wenig im Internet surfen und während sich der Tag irgendwann seinem Ende zuneigt, haben Sie nicht wirklich weiter geschrieben...
  • Ihr Schreibprojekt ist fertiggestellt, doch Sie geben es nicht ab, sei es Ihrem Prüfer, Ihrer Chefin oder wer auch immer für die Beurteilung zuständig ist/Sie schicken es nicht an den Verlag, an ein Lektorin oder einen Literaturagenten...
  • Sie sollen ein größeres Schreibprojekt angehen und wissen nicht wirklich, worüber Sie schreiben könnten/sollten...
  • Sie wissen genau, dass Sie schreiben können, doch immer wieder werden Sie unterbrochen, weil das Telefon klingelt, die Kollegin nur noch ganz schnell etwas besprechen möchte, der Nachbar ganz dringend Ihren Hammer ausleihen muss...
  • Sie sollen schreiben und haben einfach keine Lust...


Haben Sie sich in der einen oder anderen Aussage wiedergefunden? Wenn ja, überlegen Sie, zu welchen Maßnahmen Sie in solchen Momenten greifen, um den Schreibprozess doch noch in Gang zu bringen. Haben Sie für sich Lösungen gefunden, die funktionieren?
In meinen Seminaren höre ich unterschiedliche Strategien: Die einen gehen joggen, weil sie wissen, dass ihnen das Laufen den Kopf frei macht, sie wieder auf neue Gedanken bringt und allgemein den Kreislauf anregt. Andere wissen, dass sie zu den eher kreativen Menschen gehören, denen es schwer fällt, die vielen Ideen zu sortieren und das Schreibziel zu fokussieren – sie haben meist unterschiedliche Strukturierungsmethoden ausprobiert und zumindest eine gefunden, die ihnen dienlich ist. Wieder andere, jene denen es eher an Ideen mangelt, haben sich bewusst entschieden, ein Notizbuch zu führen, um gezielt Ideen und Material für den Schreibprozess zu sammeln.
Wie sieht Ihre Strategie im Umgang mit Schreibblockaden aus?


Quellen
Esselborn-Krumbiegel, Helga (2008). Von der Idee zum Text. Eine Anleitung zum wissenschaftlichen Schreiben. 3. Aufl. Paderborn: Ferdinand Schöningh Verlag [UTB 2334]

Leicht veränderter Auszug aus:
Schwind, Karin (2012): Schreibblockaden auflösen – Wegweiser zum souveränen Schreiben. Dortmund: Dortmund-Verlag
Schreibblockaden lösen. Wegweiser zum souveränen Schreiben: www.amazon.de


Aktuelles

Karin in New York. "Einmal sollte man seine Siebensachen fortrollen aus diesen glatten Gleisen.

Schreibkompetenz erhöhen und Schreibprojekte fertig schreibenSie kennen das vielleicht – in uns rumort manchmal die

© Schreibimpuls - Karin Schwind 2017
Löwentaler Straße 17 * 88046 Friedrichshafen
Tel.: 0049 7541 6018309 * karinschwind@schreibimpuls.com
www.schreibimpuls.com

design IruCom systems | Powered by IruCom WebCMS 8